Spezialtransporte: Das sollten Sie beachten

21.03.2018

 

In jeder Branche müssen der Entscheidung eines Unternehmens, sich zu spezialisieren mehrere Überlegungen vorangehen, insbesondere in Bezug auf Effizienz und Nachfrage. Der Der Verkehr über die Straße, auf den über 50% des Güterverkehrs in der EU entfallen, hat jedoch seine Besonderheiten, die bei jeder Form der Spezialisierung berücksichtigt werden müssen. Um einen Eindruck darüber zu geben, welche Anforderungen unterschiedliche Spezialisierungen im Straßenverkehr haben, betrachten wir die folgenden Verkehrsspezialisierungen.

Kühltransporte

Der erste erfolgreiche Transport von gekühlter Ware wurde 1925 durch die Eiskremindustrie durchgeführt. Seitdem haben sich  Tiefkühltransport auf die Pharma-, Fisch-, Milch-, Pflanzen- und vielen weiteren  Industrien ausgebreitet. Während diese Industrien sehr unterschiedlich  sind und eine große Chance für die Spezialisierung von Transporten  bieten, ist es interessant einen Blick auf einige Einschränkungen zu werfen:

So haben beispielsweise LKWs, die Kühlgüter befördern, aufgrund der zusätzlichen Isolationsschicht entlang der Wände eine kleinere Tragfläche als herkömmliche LKWs. Außerdem trägt die Kühlanlage zur Last bei, so dass Bewegung und Geschwindigkeit ebenfalls beeinträchtigt werden.

Je nach gewünschter Temperatur erfordern bestimmte Transporte entsprechende Formalitäten und Genehmigungen. Wird zum Beispiel Trockeneis verwenden, um die Temperatur zu kontrollieren, müssen auf jeder Außenverpackung die richtige ID, Klassifizierung, Markierung und Kennzeichnung angeben werden.

Mit anderen Worten, während Kühltransporte sicherlich populär sind, erfordern sie eine gute Planung.

 

Tiertransporte

Bei der Beförderung von Tieren in Europa müssen sich die Transportunternehmer der Gesetze und Vorschriften bewusst sein, welche die Tiere vor unnötigen Verletzungen schützen sollen. Diese Gesetze und Vorschriften werden durch eine Reihe von Rechtsdokumenten und Kontrollen strikt durchgesetzt. Zusätzlich zu den Gesetzen gibt es noch spezifischere Faktoren, auf die Transporteure von sich aus achten sollten.

Zum Beispiel müssen Transporteure Besonderheiten bei der Fütterung und den Ruhephasen verschiedener Tiere berücksichtigen. Auch die Tageszeit spielt eine Rolle beim Transport von Tieren, da hohe Temperaturen zu einem erhöhten Risiko von Hitzestress und so zu einer erhöhten Sterblichkeitsrate führen. Tiere, insbesondere Schweine, sollten daher am frühen Morgen oder in kühleren Nächten transportiert werden.

Darüber hinaus sind die Windkühl- und Fütterungszeiten zu berücksichtigen. Da Windkühlung die Körpertemperatur deutlich senken kann und Schweine bei einer zu frühen Nahrungsaufnahme an Herzversagen sterben können. Und natürlich sollte der Transport verschiedener Tiere in einem Transport (z.B. gehörnte und hornlose Tiere) ebenfalls vermieden werden.

Während die Spezialisierung auf den Tiertransport durchaus dazu führen kann, mit süßen Ferkeln aufeinanderzutreffen, müssen sich Transporteure während des gesamten Prozesses der tierspezifischen Anforderungen bewusst sein.

 

Transport von radioaktivem Material

Der Transport von radioaktivem Material, obwohl vergleichsweise selten durchgeführt, kann so gefährlich sein, wie er klingt. Immerhin werden jährlich etwa 20 Millionen Ladungen mit radioaktivem Material weltweit auf öffentlichen Straßen, Schienenwegen und Schiffen transportiert – aus den Branchen Medizin, Energieerzeugung, Forschung und Produktqualität. Daher hat die EU eine Reihe von Richtlinien gemäß den Empfehlungen der IAEO verabschiedet, die darauf abzielen, die europäischen Straßen frei von Unfällen mit radioaktivem Material zu halten.

Seit die Post 1939 begann, den Transport von radioaktivem Material zu erlauben, müssen Transportunternehmen ihre Sendungen nach streng eingehaltenen Gesetzen verpacken und entsprechend etikettieren. Darüber hinaus müssen die Betreiber bei der Beförderung radioaktiven Materials in der EU die nationalen Behörden über den Transport informieren. Die Betreiber müssen außerdem in grundlegenden Punkten und in der Strahlennotfallsicherheit geschult sein. Natürlich müssen die Behälter, in denen die Materialien aufbewahrt werden, Tests unterzogen werden, einschließlich Kollisions-, Verbrennungs- und Eintauchversuchen.

Daher erfordert die Spezialisierung auf den Transport von radioaktivem Material extremes Engagement, da die Sicherheit der umliegenden Bevölkerung von der Kompetenz des Betreibers abhängt.

 

 

Transport von übergroßen Sendungen

Der europäische Binnenmarkt und die einheitliche Wirtschaft haben vielen das Leben erleichtert. Dennoch hat jeder Mitgliedstaat seine eigenen gesetzlichen Vorschriften für die Sicherung und den Versand übergroßer oder überschwerer Fracht beibehalten. Unternehmen, die sich auf derartige Frachten spezialisieren sollten daher alle Anforderungen kennen.

Wenn man bedenkt, dass bis zu 25% der LKW-Unfälle mit schlecht gesicherter Fracht in Verbindung stehen, ist offensichtlich, warum das Thema bei vielen Ländern höchste Priorität hat. Bei Fahrten durch mehr als einen EU-Mitgliedstaat müssen die Betreiber jedoch sicherstellen, dass sie unterschiedliche Anforderungen nicht nur an die Ladungssicherung, sondern auch an die Frachtgröße erfüllen. Darüber hinaus müssen die Betreiber, wenn Übergewicht oder Überfrachten ein bestimmtes Maximum überschreiten, eine Sondergenehmigung beantragen, die es ihnen erlaubt, diese Fracht in Übereinstimmung mit weiteren Vorschriften zu transportieren.

Daher lohnt es sich, bei der Entscheidung, sich auf übergroße Sendungen zu spezialisieren, eine Recherche über die Vorschriften in den unterschiedlichen Ländern durchzuführen sowie über ihre gesetzlichen Anforderungen für Sicherung und Größe.

 

Und natürlich Rückfahrten

Während jede Spezialisierung ihre besonderen Vor- und Nachteile für die Transporteure mit sich bringt, gibt es eine Sache, die alle Spezialisten im Transportbereich plagt: Rückfahrten. Je spezialisierter ein Transportunternehmen ist, desto weniger flexibel sind das Fahrzeug, die Fahrer und die Kunden. Folglich können die Betreiber zwar davon profitieren, einer von wenigen Anbietern auf den Markt zu sein, der beispielsweise den Transport von radioaktivem Material anbieten, oftmals wird aber die Tatsache vernachlässigt, dass die Nachfrage nach einem solchen Transport viel schwächer ist als bei allgemeineren Transporten.

Sich zu spezialisieren oder eben nicht, ist daher eine der grundlegendsten Fragen in der Transportindustrie. Glücklicherweise gibt es eine Frachtbörse und Plattform wie Teleroute, die den Prozess für Spediteure und Transporteure effizienter macht. Anbieter und Nachfrager der oben genannten Spezialisierungen können dadurch auf sichere, legale und effiziente Weise kombiniert werden.