Vom Diesel zum E-LKW: Der Wandel kommt – Teil 2

10.04.2018

In unserem vorherigen Artikel haben wir den Tesla Semi, Elon Musks bald verfügbaren E-Truck, näher betrachtet und eine Kosteneinschätzung für die LKW-Industrie vorgenommen. Die Möglichkeit, 500 Meilen mit voller Ladung zu fahren und gleichzeitig große Firmen für Vorbestellungen von mindestens 500 LKWs zu gewinnen, zeigt das Potential der neuen Technologie.

75 % des Güterverkehrs in der EU und 70 % in den USA werden über die Straße abgewickelt – daher untersucht dieser Artikel, wie die rechtlichen Anforderungen und die infrastrukturelle Machbarkeit letztendlich die Geschwindigkeit beeinflussen werden, mit der die Transportindustrie von Kraftstoff auf Elektroautos umsteigen wird.

Teil 2: Vorschriften und Infrastruktur für E-Trucks

Kampf gegen die Abgase: Der Tod des Diesels

Während die Kosten sicherlich ein entscheidender Faktor bei Unternehmensinvestitionen sind, ist es ebenso wichtig, die gesetzlichen Regelungen zu beachten. In den letzten Jahren haben sich mehrere Länder an einer globalen Vereinbarung, dem sogenannten Pariser Abkommen, zur Reduzierung der CO2- und Treibhausgasemissionen beteiligt. Einige Großstädte wie Madrid, Paris und Mexiko-Stadt haben daher sogar bevorstehende Dieselverbote angekündigt, während Frankreich und das Vereinigte Königreich ab 2040 ein Verkaufsverbot für Fahrzeuge mit fossilen Brennstoffen verhängt haben.

Wenn man bedenkt, dass der Verkehr zwei Drittel des Ölbedarfs der EU ausmacht und allein der LKW-Verkehr 9 % des weltweiten Ölbedarfs, ist es verständlich, hier den Hebel anzusetzen, um die Emissionen zu verringern und die international festgelegten Ziele zu erreichen. Das Ergebnis ist natürlich ein stärkerer regulatorischer Druck in Richtung Elektrolastwagen.

Ähnlich wie bei den Treibstoffkosten hinken die USA bei konkreten Umweltvorschriften hinterher. Dies deutet auf eine langsamere Einführung der E-Truck-Technologie in den USA hin. Und da Schwerlastkraftwagen, die eine große Mehrheit der Transportfahrzeuge ausmachen und 2-3 mal mehr Kraftstoff verbrauchen als leichte Nutzfahrzeuge, voraussichtlich die letzten Fahrzeuge sein werden, die auf den Elektroantrieb wechseln, müssen die Vorschriften weiter ausgedehnt werden, um Dieselantriebe weltweit zurückzudrängen.

Doch wenn man bedenkt, dass die weitere Verbreitung von E-LKWs bis 2050 bis zu 3,5 Millionen Tonnen Öl pro Tag einsparen könnte, was 40 % der heutigen Dieselnachfrage der LKWs entspricht, könnte eine stärkere und umfassendere Regulierung ein willkommener Schub für die Elektroindustrie sein.

Infrastrukturelle Umsetzbarkeit: Laden des E-Trucks

Um Kosten zu sparen, die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen und die Umweltverschmutzung zu reduzieren, kann die Integration von Elektrogeräten in den Fuhrpark profitabel sein – unter der Voraussetzung, dass eine Infrastruktur mit Aufladestationen vorhanden ist. Der vielleicht größte Hemmschuh beim Umstieg von Diesel- auf Elektrofahrzeuge ist die derzeit fehlende Infrastruktur auf den Autobahnen der Welt.

Dennoch bleiben gute Nachrichten für alle, die auf eine Zukunft mit elektrischen Fahrzeugen setzen: Infrastrukturlösungen sind in Arbeit. Während der Mangel an Ladestationen stärkere Batterien und somit höhere Kosten erfordert, ist Tesla Berichten zufolge bereits in Gesprächen mit seinen E-Truck-Kunden, um „Megacharger“-Stationen an relevanten Standorten zu installieren. Dies dürfte die zyklische Entwicklung zugunsten des E-Trucks vorantreiben: Je mehr elektrische Lastwagen Tesla verkauft und unterbringt, desto mehr externe Ladestationen werden entlang von Autobahnen, in Lagerhallen und außerhalb von Distributionszentren entstehen. Darüber hinaus würde die mögliche Einführung einer Intraday-Ladung kleine Batteriegrößen und zuverlässige Ladevorgänge ermöglichen, wodurch die Investition in Elektroflotten entfällt.

Elektrische LKWs: Bereit oder nicht, hier kommen sie

Es ist keine Frage ob, sondern wann. E-LKWs stellen ein großes Potenzial für die Reduzierung von Kosten und Umweltverschmutzung dar, und bei Preisen, die mit denen von Diesel-LKWs vergleichbar sind, ist der Wechsel unvermeidlich. Die Geschwindigkeit dieses Wechsels ist jedoch weniger konkret und während Teslas Produkt auf den Markt gehen wird, müssen wir weitere 4 Jahre warten, um zu sehen, ob seine Vorhersage zu Herstellung und Verkauf von 100.000 E-Trucks pro Jahr ab 2023 wie erwartet umgesetzt wird.

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